Warum gibt es dieses Meldeportal zum Nitrat-Messnetz?

Bei der Umsetzung der Düngeverordnung (DÜV) und der Landesdüngeverordnung von Rheinland-Pfalz waren die nach EU-Wasserrrahmenrichtlinie (WRRL) ausgewiesenen roten Grundwasserkörper Grundlage für die Ausweisung sogenannter nitratgefährdeter Gebiete. Dem hierfür zugrunde liegenden Grundwassermessnetz wurde von Seiten der landwirtschaftlichen Praxis große Aufmerksamkeit geschenkt. Fragen und Anregungen hierzu sollen mit dieser Seite aufgegriffen werden.

Mit der Novellierung der Düngeverordnung und einer Überarbeitung der Landesdüngeverordnung ab 2021 wird die Einteilung der gefährdeten Gebiete auf anderen Kriterien basieren, nämlich einer kleinräumlich differenzierten Berechnung der Nitratausträge.

Weiterhin werden auf dieser Seite umfassende Informationen zu Fragen rund um die Messstellen gegeben. Es können Anmerkungen bzw. Fragen zu einzelnen Messstellen formuliert werden. Ziel ist, die Qualität des Messnetzes weiter zu verbessern.

Regelungen zur bisherigen Einteilung der „roten“ Gebiete:

Bis 2017 hat Deutschland bei der Umsetzung der EU-Nitrat-Richtlinie einen flächendeckenden Ansatz verfolgt. Das bedeutet, dass die Maßnahmen der DüV auf allen landwirtschaftlichen Flächen angewendet werden mussten. Nach der Novellierung der DüV im Jahr 2017 waren die Länder auf Grund einer Klage der EU verpflichtet, gefährdete Gebiete festzulegen. In diesen mussten zusätzliche Maßnahmen zur Reduzierung der Nitratbelastung ergriffen werden.

Auf nationaler Ebene wurde daher beschlossen, die “roten“ Grundwasserkörper (Risikogebiete), die sich gemäß dem Verfahren der WRRL in einem schlechten Zustand befinden, als gefährdete Gebiete entsprechend der Düngeverordnung zu übernehmen. Dieser Ansatz (Immissionsbetrachtung) stellte sich für die Umsetzung der DüV als problematisch heraus, da eine verursachergerechte Einteilung (Emissionsbetrachtung) damit nicht möglich ist.

Kriterien zur zukünftigen neuen Ausweisung der „gefährdeten“ Gebiete:

Der Bund wird eine allgemeine Verwaltungsvorschrift erlassen, die ein bundesweit einheitliches und rechtssicheres Verfahren zur Festlegung der belasteten Gebiete festlegt. Die Bundesregierung hält es für erforderlich, dass für eine differenzierte und verursachergerechte Ausweisung der belasteten Gebiete neben Daten der Gewässerbeschaffenheit auch Daten über landwirtschaftliche Nährstoffemissionen sowie ein einheitliches Modell zur Beschreibung und Quantifizierung der Eintrags-, Transport- und Strömungsvorgänge herangezogen werden muss. Diese Verwaltungsvorschrift soll bis zum Sommer 2020 vorliegen und vom Bundesrat beschlossen werden.

Bereits 2017 hat das Land Rheinland-Pfalz das Forschungszentrum Jülich mit der Erstellung eines Wasserhaushaltsmodells und das Thünen-Institut für Ländliche Räume mit der Erstellung eines Nährstoffmodells beauftragt.

Dieses EDV-gestütztes Modell verwendet einerseits landwirtschaftliche Daten über die angebauten Kulturen und ihre durchschnittlichen Erträge, den Stickstoffbedarf der Kulturpflanzen sowie die daraus resultierenden Stickstoffüberschüsse. Andererseits werden die atmosphärische Stickstoffdeposition, die Denitrifikationsprozesse in Boden und Grundwasser sowie mögliche Stickstoffeinträge aus Siedlungsgebieten berücksichtigt. Mit diesem Modell wird es möglich sein, eine verursachergerechte(re) Einteilung der gefährdeten Gebiete vorzunehmen. Darüber hinaus können die Auswirkungen von spezifischen Maßnahmen für die Zukunft prognostiziert und bewertet werden.

Es ist vorgesehen, das Landesnährstoffmodell an die Vorgaben der Verwaltungsvorschrift anzupassen. Das Land erwartet, dass auf dieser Grundlage eine differenziertere Abgrenzung der gefährdeten Gebiete vorgenommen werden kann..